Erfolgreiches Trading mit Chart-Mustern - So finden und handeln Sie lukrative Setups

Tasse mit Henkel

In den unzähligen Charts des weltweiten Aktienuniversums tauchen im Verlauf von Trends immer wieder Korrekturmuster auf, die für mittel- bis langfristig orientierte Händler profitable Handelsergebnisse liefern können und zugleich ein sehr überschaubares Initial-Risiko aufweisen. Dazu haben sie häufig die Eigenschaft, in der Trade-Verwaltung sehr pflegeleicht zu sein. Wie Sie die richtigen Charts finden und damit erfolgreich umgehen können, erfahren Sie in unserer Coverstory.

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Sicherlich sind Ihnen bei der Betrachtung von Charts in Ihrem Handelsuniversum bereits Aktien aufgefallen, die über viele Monate und Jahre hinweg eine äußerst attraktive Kurs-Performance aufgewiesen haben. Nicht selten handelt es sich hierbei um Unternehmen, die herausragend gute Produkte herstellen und zugleich auch der Primus ihrer Branche sind. Sie weisen neben hohen Gewinnmargen sehr starke Verkaufs- und mit solchen Unternehmen deutlich erhöhen können, studieren Sie doch einmal die langfristigen Charts. Genau wie sich in der Geschichte der Menschheit viele Ereignisse ständig wiederholen, erscheinen in den Charts der Top-Performer immer wieder die gleichen Kursmuster. Dazu gehören:

  • Flagge und Wimpel
  • aufsteigendes und symmetrisches Dreieck
  • fallender Keil
  • flacher Kanal

Bei den genannten Mustern handelt sich um Ergebnisse der Technischen Analyse, die sich durch das Handelsverhalten der Marktteilnehmer über gewisse Zeiträume innerhalb des Charts bilden und Raum für den kurzfristigen Handel bieten. Allen gemein ist die Gegebenheit, dass sie innerhalb bestehender Aufwärtstrends von Tages- oder Wochen-Charts auftreten. Diese Tatsache stellt einen großen Vorteil für Sie dar, da Sie hier mit dem Trend und somit mit den kursbewegenden Marktakteuren handeln.

Doch der Blick in die langfristigen Charts der Top-Performer eröffnet noch einen weiteren und sehr wichtigen Sachverhalt. Am Beginn solch starker Kurssteigerungen findet häufig ein Prozess statt, der die unruhigen und ängstlichen Händler aus dem Mark t drängt und somit beste Voraussetzungen für langfristige Kurszuwächse schafft. Exakt dieser Umstand macht die Betrachtung des Ursprungs großer Kurssteigerungen so enorm profitabel.

Kursmuster 1+2

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Lukrative Muster

Zwei Vertreter dieser Muster für Händler mit mittel- bis langfristigem Zeithorizont sind die Tasse-mit-Henkel-Formation (TmH) und das Kontraktionsmuster. Das Timing im Trading stellt genau wie im Leben einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Genau hier haben Sie mit den beiden Formationen einige Trümpfe in Ihrem Strategieportfolio. Denn mit deren Ausbildung können Sie zum einen genau beobachten, wie sich die Verkäufer Stück für Stück aus dem Markt zurückziehen und damit den perfekten Einstiegszeitpunkt für Sie aufzeigen. Zum anderen bietet dieser Zeitpunkt exakt die Situation, in der Sie zum frühesten Moment – sobald die Käuferseite aktiv wird – und mit interessantem Chance/Risiko-Verhältnis (CRV) von einem möglichen neuen Kurszuwachs profitieren können.

Das Erkennen genau dieses Moments ist ein sehr großer Vorteil, weil er nur von wenigen Marktteilnehmern zum Positionsaufbau genutzt wird. Händler, die den Einstieg verpasst haben und dennoch von der neuen Wachstumsstory profitieren möchten, kommen dann nach Ihnen ins Spiel. Gerade bei fundamental starken Werten ist dieser Sachverhalt ein nicht zu unterschätzendes Argument. Denn wenn weitere erfolgreiche Großinvestoren mit Käufen aktiv werden, erhöht das Ihre Gewinnaussichten oft enorm. Das Beste daran ist, dass Sie nach dem Research für das eigentliche Trading beziehungsweise die Positionsverwaltung keinen nennenswerten Zeitaufwand mehr haben.

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Ausbildung der Muster

Bei unseren beiden Korrekturmustern handelt es sich um sogenannte Trendfortsetzungsformationen, denen über einen Zeitraum von zwölf Monaten eine außergewöhnliche Kurs-Performance von teilweise 100 Prozent und mehr vorausgegangen ist. Diesem starken Preisanstieg folgt nun eine Korrektur, welche maximal 30 Prozent betragen sollte und in einigen Fällen sogar zum Bruch des vorangegangenen Trends führen kann. Bei stärker ausgeprägten Korrekturen ist der Weg bis zum letzten Preishoch häufig zu weit. Im Falle eines 50-prozentigen Preisrückganges müsste sich der Kurs bis zum aktuellen Hoch verdoppeln. Dem Ausbruch aus dem entsprechenden Korrekturmuster fehlt nach so einer Strecke oft die Kraft für weitere nachhaltige Kursanstiege.

Diese Muster bilden sich oft über einen Zeitraum von wenigen Wochen bis hin zu sechs Monaten. Während dieser Phase werden – wie eingangs erwähnt – die unruhigen und ängstlichen Händler aus dem Markt gedrängt. Diese Spanne schenkt Ihnen die Zeit, sich ausgiebig mit dem entsprechenden Chart – oder dem Unternehmen selbst – zu beschäftigen.

Dabei ist es ratsam, auch einen Blick auf das Handelsvolumen zu werfen. Innerhalb der beschriebenen Korrektur liegt dieses bei den Topunternehmen im Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate oder darunter. Die Feststellung dieses Faktums können Sie grob mittels Sichtprüfung durchführen. Wenn Sie eine technische Bestätigung benötigen, dann legen Sie sich in das Volumen einfach den Gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage (GD(200)). Sie werden feststellen, dass es hier zu keinen Anomalien kommt. Achtung ist dann geboten, wenn das Handelsvolumen innerhalb der Korrektur erhöht ist. Dies kann ein Zeichen dafür sein, dass Großinvestoren aus dem Wert aussteigen und stellt in diesem Fall oft ein Hindernis für weitere starke Kurssteigerungen dar.

Nachdem Ihnen diese wichtigen Fakten bekannt sind, beleuchten wir die beiden genannten Muster im Detail. Danach werden Sie mit etwas Übung selbständig in der Lage sein, diese Kursmuster zu identifizieren.

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Die Tasse-mit-Henkel-Formation

Wie in Bild 1 ersichtlich, ähnelt dieses Kursmuster tatsächlich oft der Form einer handelsüblichen Tasse. Im Laufe der Zeit können Sie im Chart beobachten, wie sich unter normalem bis niedrigem Handelsvolumen zuerst der Tassenkörper bildet. Im Anschluss daran wird der Henkel geformt, dessen Ausbruch das Kaufsignal darstellt. Dieser Prozess benötigt ebenfalls Zeit. Oft sind es zwischen drei und sieben Kerzen, bei denen die Eröffnungs- und Schlusskurse recht nahe beieinander liegen. Je nach betrachteter Zeiteinheit – Tages- oder Wochen-Chart – entsteht der finale Teil dieser Formation innerhalb von drei Tagen bis hin zu einigen Wochen. Erneut also genug Zeit, um sich mit ein paar wichtigen Details des Henkels zu beschäftigen.

Bild 1: Tasse mit Henkel

B1 Tasse mit Henkel

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Die Grafik oben zeigt eine Korrektur in Form einer Tasse mit Henkel. Dieser ging ein starker Kursanstieg von teilweise mehr als 100 Prozent in den letzten 52 Handelswochen voraus. Die Tasse bildet sich innerhalb von einigen Wochen bis sechs Monaten unter normalem Handelsvolumen und mit einer Tiefe von maximal 30 Prozent bezogen auf das letzte Hoch. Der Henkel A bildet sich innerhalb weniger Kerzen unter flachen Tagesschwankungen und abnehmendem Volumen in der oberen Hälfte der Tasse. Der Ausbruch B findet unter erhöhtem Volumen statt und ist das Kaufsignal.

Genau wie die Tiefe der Gesamtkorrektur und das Handelsvolumen bei der Entstehung der Tasse eine wichtige Rolle spielen, kommt diesen Faktoren beim Henkel ebenfalls eine wichtige Bedeutung zu. Die Tiefe des Henkels sollte bei maximal fünf Prozent liegen. Sie wird durch die Preisdifferenz zwischen den Hoch- und Tiefpunkten der Kerzen innerhalb des Henkels berechnet. Bei nachhaltigen Ausbrüchen aus dem Henkel ist ebenfalls festzustellen, dass das Handelsvolumen innerhalb des finalen Teils dieses Korrekturmusters stark zurückgeht. Dieser Sachverhalt in Kombination mit engen Eröffnungs- und Schlusskursen ist ein starkes Indiz dafür, dass die Anzahl der verkaufswilligen Händler extrem gering ist. Der Ausbruch aus dem Henkel wird im Normalfall von einem Anstieg des Handelsvolumens begleitet. In der Regel ist bei funktionierenden Ausbrüchen ein Anstieg des Handelsvolumens um 40 Prozent und mehr im Vergleich zum Volumen der letzten 50 Handelstage zu beobachten.

Vorsicht beim Handel des Ausbruchs aus dem Henkel ist dann geboten, wenn das Handelsvolumen innerhalb des Henkels hoch ist beziehungsweise eine zu große Preisspanne innerhalb des Henkels vorliegt. Dies ist häufig ein Indiz dafür, dass die unruhigen Händler nicht vollständig aus dem Markt sind. In der Praxis führt dieses Verhalten oft zu wenig Erfolg beim Handel dieser Formation, weil kurz nach dem Ausbruch Gewinnmitnahmen einsetzen.

Wenn der Henkel alle genannten Voraussetzungen erfüllt, gilt es noch auf dessen Verortung innerhalb der Korrektur zu achten. Im Optimalfall bildet er sich in der oberen Hälfte der Preisspanne der Gesamtkorrektur. Wenn sich der Hochpunkt zum Beispiel bei 100 Euro befindet und das Tief der Korrektur bei 80 Euro, bildet sich der Henkel optimalerweise ab einem Preis von 90 Euro.

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Das Kontraktionsmuster

Die Wirkungsweise dieser Formation können Sie sich anhand eines praktischen Beispiels vor Augen führen. Stellen Sie sich vor, Sie tragen Umzugskisten aus einem LKW in Ihre Wohnung. Zu Beginn fällt Ihnen das recht leicht. Doch mit der Zeit wird das Gewicht der Kisten immer schwerer. Sie müssen auf dem Weg in die Wohnung in immer kürzeren Abständen eine Pause zum Durch- atmen einlegen. Am Ende kann es vorkommen, dass Sie die Kiste nicht mehr halten können. So in etwa läuft dieses Chart-Muster ab.

Das Loslassen der Kiste steht als Synonym für den Kursausbruch. Es ist niemand mehr da, der verkaufen möchte. Am Aktienmarkt sind die Käufe und Verkäufe der Händler für die Kurskontraktionen verantwortlich. Hier dienen die Pausen auf dem Weg zu neuen Hochs dazu, durch immer wiederkehrende Kursrückgänge die ängstlichen Händler aus dem Markt zu drängen. So baut sich ein Spannungsgefüge auf, dessen Auflösung häufig für starke Kursbewegungen sorgt. Diese Formation beginnt mit der ersten Korrektur nach dem letzten Kurshoch der Aktie. Genau wie bei der TmH-Formation kann diese ebenfalls trendförmig verlaufen und sollte im Rahmen der 30-Prozent-Regel bleiben. Die erste Kursumkehr wird oftmals durch Händler wie zum Beispiel Bottomfisher ausgelöst. Sie haben die Intention, die nach einem starken Kurzrücksetzer einsetzende Gegenbewegung zu traden. Dabei ist zu beobachten, dass die Verkaufstätigkeiten zunehmend stärker werden, je weiter sich die Kurse dem alten Hoch nähern.

Dieser Sachverhalt hindert die Aktie daran, direkt neue Hochs zu schreiben. Während sich Trader dieser kurzfristigen Gegenbewegung über Gewinne freuen, sind Händler, die ihre Position am Hoch und vor dem Einsetzen der Korrektur aufgebaut haben, alles andere als erfreut. Sie befinden sich nun schon über einen längeren Zeitraum deutlich im Minus und nicht selten in einer emotional angespannten Lage. Bei Einsetzen der zweiten Kontraktion – weiter fallende Preise – wächst deren Anspannung und lässt den Wunsch erstarken, die Position bei wieder steigenden Preisen zu schließen. Die durch Gewinnmitnahmen initiierte zweite Kontraktion erfüllt die Voraussetzung, dass sie in ihrer Tiefe etwa halb so groß sein muss wie die erste.

Die erneut vor dem aktuellen Preishoch einsetzenden Verkäufe sorgen für einen wiederholten Kursabfall. Dieser Wechsel zwischen kurzfristigen Preisanstiegen und erneuten Korrekturen wiederholt sich so lange, bis die Kontraktion aufgrund ihrer Flachheit (Spanne zwischen Hoch und Tief der Kontraktion) nicht mehr interessant für kurzfristige Trader ist. Genau diese Flachheit stellt die finale Kontraktion dar. Wie im Henkel der TmH-Formation sinkt das Handelsvolumen deutlich und die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskursen der einzelnen Kerzen liegt sehr eng zusammen. Diese Phase nimmt in der Praxis häufig einen Zeitraum von zirka drei bis sieben Tage in Anspruch. In der Regel können Sie in der finalen Kontraktion eine Hoch-Tief-Spanne zwischen zwei und vier Prozent erwarten.

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Die Eigenschaft, dass sich die aneinandergereihten Kontraktionen (Bild 2) innerhalb dieses Musters halbieren, vereinfacht die Trade-Planung. In der Regel bilden sich drei bis vier Kontraktionen. Bei einer maximalen Korrekturtiefe von 30 Prozent können Sie bis zur Entstehung der abschließenden Phase mit vier Kontraktionen rechnen. Das Ende der zweiten Korrekturphase ist nach 15 Prozent Kursrückgang zu erwarten. Der dritte Teil dieser Formation hat eine Preisspanne von zirka sieben Prozent, gefolgt von der letzten mit zirka drei Prozent.

Bild 2: Kontraktionsmuster

Kontraktionsmuster

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Die Grafik oben zeigt den Ablauf einer sich bildenden Korrektur mit den Eigenschaften eines Kontraktionsmusters. Dieser Korrektur geht eine starke Kursperformance von teilweise mehr als 100 Prozent innerhalb von zwölf Monaten voraus. In der Regel bilden sich innerhalb dieses Musters drei bis vier Kontraktionen. Dabei kann es vorkommen, dass der vorherige Trend gebrochen wird. Das Handelsvolumen innerhalb der Korrektur bleibt im Rahmen des üblichen Durchschnitts der angezeigten Aktie. Die finale Kontraktion ist die flachste und wird im Optimalfall unter reduziertem Handelsvolumen gebildet. Der Ausbruch erfolgt unter ansteigendem Volumen.

Handel der Tasse-mit-Henkel-Formation

Bei der TmH-Formation ist es von enormer Bedeutung, dass eine Handelsposition erst dann eröffnet wird, wenn der Ausbruch aus dem Henkel vollzogen wurde. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle Bedingungen zur vollständigen Ausbildung dieser Formation abgeschlossen sind. Bei der Positionseröffnung können Sie – sofern Sie nicht vorm Handels-Desk sitzen – mit einer Stopp-Limit-Kauforder arbeiten.

Bezüglich der zu handelnden Positionsgröße empfiehlt es sich, mit einer an die TmH-Formation angepassten Strategie zu arbeiten. Der Grund hierfür liegt im Management des initialen Risikos. Liegt der Stoppkurs bei flachen Henkeln direkt unter dem Tief des Henkels, wird die Position häufig durch die tägliche Schwankungsbreite aus dem Markt genommen. Denn nicht immer folgen dem Ausbruch direkt weitere äußerst starke Tage. Aus diesem Grund hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die erste Positionsabsicherung mit einer Entfernung von sechs bis acht Prozent zum Ausbruchspreis des Henkels zu platzieren. Wird die Position hier in voller Höhe eröffnet, überschreitet das monetäre Risiko in der Regel die Vorgaben des eigenen Handelsplans.

Um den Handel dieser Formation dennoch durchführen zu können, arbeiten Sie mit der Pyramidisierung (schrittweiser Auf- oder Abbau von Positionen). Sie eröffnen eine Startposition mit 25 bis 50 Prozent Ihrer normalen Positionsgröße. War der Ausbruch am Markt erfolgreich, dann stocken Sie auf Ihre normale Positionsgröße auf, wenn der Kurs der gehandelten Aktie beispielsweise zwei Prozent im Plus ist. An dieser Stelle ist die Wahrscheinlichkeit eines Fehlausbruchs deutlich geringer und Sie können ab jetzt auf Ihre reguläre Risikoverwaltung übergehen.

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Handel des Kontraktionsmusters

Nachdem Sie festgestellt haben, dass sich das Kontraktionsmuster in seiner finalen Phase befindet, kennen Sie bereits den Preis, dessen Überschreitung das Kaufsignal auslöst. Es handelt sich um den Hochpunkt im Chart vorm Einsetzen der letzten Kontraktion. Sind die Faktoren enger Tagesspannen und niedriger Handelsvolumina innerhalb dieses Abschnitts erfüllt, ist das ein Zeichen dafür, dass die kurzfristigen Trader aus dem Markt sind. Die Positionseröffnung können Sie – sollten Sie nicht am Handels-Desk sitzen – genau wie bei der TmH-Formation wieder über eine Stopp-Limit-Kauforder auslösen. Um das finanzielle Risiko bei Fehlausbrüchen gering zu halten, können Sie ebenfalls pyramidisieren. Alternativ besteht die Möglichkeit, den Ausbruch aus diesem Muster unter Zuhilfenahme des Trends der direkt untergeordneten Zeiteinheit zu handeln. Ist innerhalb der aus dem Tages-Chart ersichtlichen finalen Kontraktion beispielsweise im Stunden-Chart ein Aufwärtstrend zu erkennen, so eröffnen Sie den ersten Teil Ihrer Position direkt mit dem Ausbruch aus dem Kontraktionsmuster. Zur Aufstockung auf die volle Handelsgröße dient der weitere Trendverlauf der Stunde. Der hier ersichtliche Trend wird nach dem Ausbruch irgendwann in eine Korrektur übergehen. Wenn der Ausbruch nachhaltig ist, wird sich der Stundentrend fortsetzen. Diese Trendfortsetzung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Trendfortganges und ermöglicht Ihnen die Aufstockung Ihrer Position.

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Ein Hinweis zu den angegebenen Fakten beziehungsweise Rahmendaten

Gerade im Hinblick auf das Volumen oder die Höhe der abnehmenden Kontraktionen handelt es sich immer um grobe, über den Daumen gepeilte Regeln. Sie stellen Richtwerte dar, die die Einordnung in einen bestimmten Rahmen ermöglichen sollen. Je nach Situation an den Märkten kann es hier zu kleineren Abweichungen kommen. Manchmal weicht die Halbierung der Kontraktionen ab, ein anderes Mal ist das Volumen im Henkel nicht deutlich reduziert oder es gibt während der Bildung der Korrekturmuster etwas mehr Handelsvolumen als normal. Wichtig ist, dass die Entstehung des Korrekturmusters klar erkennbar ist. Je häufiger Sie zukünftig die Entwicklung und Auflösung dieser Formationen miterleben, umso einfacher wird der Umgang mit diesen Rahmendaten sein.

Technische Faktoren zur softwaregestützten Bestimmung des Handelsuniversums

Gerade im Bereich der Gleitenden Durchschnitte (GDs) weisen viele Charts interessante Übereinstimmungen auf. Aus diesem Grund können Sie sich das Suchen geeigneter Handelskandidaten leichter machen, indem Sie sich bei Ihrer Arbeit von einer geeigneten Chart-Software und den folgenden Parametern unterstützen lassen:

  • Preis liegt über dem GD(100) und GD(200)
  • GD(100) notiert über dem GD(200)
  • GD(200) notiert aktuell über dem GD(200) von vor 20 Tagen
  • Preis liegt über dem GD(50)
  • GD(50) notiert über dem GD(100) und GD(200)
  • Preis notiert nicht mehr als 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch

Diese grobe Vorfilterung ist lediglich ein Vehikel, um den Fokus auf bestimmte Werte zu lenken. In der Praxis hat es sich als hilfreich erwiesen, die einzelnen Parameter – wie in Bild 3 beispielhaft dargestellt – in einer Tabelle anzeigen zu lassen. Dabei nimmt die Wertigkeit einer Chart-Entwicklung mit zunehmender Parameterübereinstimmung zu. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass Sie dem Markt die Zeit geben, sich zu entwickeln. Werden alle Komponenten in einem Filter verwendet, verpassen Sie möglicherweise wirklich gute Trades. Denn es kommt öfter vor, als Sie womöglich glauben, dass sich eines der beschriebenen Korrekturmuster bildet, bevor alle Parameter der groben Vorfilterung erfüllt sind.

Eine hohe Übereinstimmungsquote mit den einzelnen Parametern bedeutet allerdings nicht automatisch das Vorliegen eines der beiden Korrekturmuster. Das händische Durchblättern der Charts und die richtige Einschätzung der aktuellen Situation spielt beim Auffinden der richtigen Formationen weiterhin eine sehr große Rolle. Jedoch hilft die moderne Technik, die Menge an Kandidaten teilweise deutlich einzuschränken.

Bild 3: Technischer Vor-Scan

Technischer Vor-Scan

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Die dargestellte Tabelle oben veranschaulicht eine mögliche softwaregestützte Hilfe bei der Durchsicht des Handelsuniversums nach Trade-Kandidaten. Je mehr Übereinstimmungen in Form grüner Felder es gibt, desto mehr der für einen Trade technisch sinnvollen Parameter sind erfüllt. Dieser Vorgang unterstützt den Händler bei der Arbeit, indem er die Zahl der Charts reduziert, die man auf der Suche nach passenden Korrekturmustern bearbeiten muss.

Praxisbeispiel Kontraktionsmuster

Die Aktie des Flugzeugherstellers Boeing (BA) began das Handelsjahr 2017 mit einem Wert von zirka 155 USDollar und konnte bis zum Hoch am 24. Oktober bei zirka 267 US-Dollar mit einer Performance von 72 Prozent aufwarten. Dem Hoch folgte eine in Bild 4 dargestellte Korrektur im Stil eines Kontraktionsmusters. Die einzelnen Kontraktionen beliefen sich im Zeitraum vom 24. Oktober bis 28. November 2017 auf Schwungtiefen von zirka fünf, drei und einem Prozent. Die finale Kontraktion bildete sich zwischen dem 22. und 28. November. Innerhalb dieser Handelstage lagen die Eröffnungs- und Schlusskurse sehr eng zusammen und das Handelsvolumen sank. Der Ausbruch wurde ab dem 28. November mit ansteigendem Volumen begleitet. Der Long Trade konnte im Ausbruch am 28. November 2017 zu 267,84 US-Dollar eröffnet werden. Die initiale Positionsabsicherung erfolgte zirka 2,5 Prozent unter dem Einstand bei 264,07 US-Dollar, also unter dem Tief der letzten Kontraktion. Aufgrund eines sehr dynamischen Ausbruchs notierte die Aktie zum Redaktionsschluss bei 289,94 US-Dollar beziehungsweise acht Prozent über dem Einstieg vor 14 Handelstagen.

Bild 4: Boeing mit Kontraktionsmuster

B4 Boing mit Kontraktionsmuster

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Die Aktie von Boeing (BA) hat nach einem starken Kursanstieg innerhalb eines Handelsmonats ein Kontraktionsmuster gebildet. Nachdem die erste Kontraktion lediglich eine Tiefe von fünf Prozent aufwies, konnte in der Trade-Planung von zwei Kontraktionen ausgegangen werden. Dies kommt eher selten vor. Innerhalb der zweiten Kontraktion waren die Tagesschwankungen und die Preisspanne zwischen den einzelnen Tageskerzen für eine finale Kontraktion auffällig weit. Auch im Handelsvolumen gab es keinen sichtbaren Rückgang. Dies ließ auf die Bildung einer dritten Kontraktion schließen, welche sich zwischen dem 22. und 28. November 2017 unter abnehmendem Volumen (Punkt A) bildete. Der Ausbruch aus der finalen Kontraktion erfolgte am 28. November 2017 unter ansteigendem Volumen und stellte das Kaufsignal dar.

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Praxisbeispiel Tasse mit Henkel

Nach einem mehr als 50-prozentigen Kursanstieg zwischen Dezember 2016 und Februar 2017 setzte die Aktie des E-Auto-Herstellers Tesla (TSLA) zu einer Korrektur an. Diese fand das in Bild 5 ersichtliche Tief im Bereich von 240 USDollar, also zirka 16 Prozent unterhalb ihres letzten Hochs von 288 US-Dollar. Während dieser im Februar und März 2017 stattfindenden Korrektur gab es beim durchschnittlichen Handelsvolumen keine Abweichungen von der Norm. Die Bildung des Henkels fand mustergültig unter niedrigen Tagesschwankungen und abflachendem Handelsvolumen in der oberen Hälfte des Korrekturmusters statt. Der Ausbruch aus dem zwischen 28. Und 31. März 2017 entstandenen Henkel wurde am 03. April 2017 unter stark ansteigendem Volumen vollzogen und stellte das Kaufsignal dar.

Bild 5: Tesla mit Tasse mit Henkel

B5 Tesla mit Tasse mit Henkel

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Im Chart oben ist das mustergültig gebildete Kursmuster der Tasse-mit-Henkel-Formation bei Tesla (TSLA) ersichtlich. Im Vorfeld hatte sich der Kurs innerhalb von zwölf Monaten nahezu verdoppelt. Die Korrektur innerhalb der Tasse lag mit 16 Prozent im Normbereich von maximal 30 Prozent und fand unter normalem Handelsvolumen statt. Im flachen Henkel A lagen die Eröffnungs- und Schlusskurse sehr dicht zusammen und das Handelsvolumen B hatte im Vergleich zu den Vortagen sichtlich abgenommen. Der Ausbruch aus dem Henkel C fand unter deutlich angestiegenem Volumen statt und stellte das Kaufsignal dar.

Fazit

Gerade für nebenberufliche Händler mit mittel- bis langfristigem Zeithorizont können die beiden vorgestellten Korrekturmuster eine sehr gute Möglichkeit bieten, Trades mit hohem Spannungsmoment und überschaubarem initialen Risiko zu identifizieren. Sie können in Ruhe zusehen, wie sich die Korrekturen ausbilden, und abschließend darauf warten, dass der Trade zu Ihnen kommt. Da Sie bei dieser Art des Tradings ohne Kursziele arbeiten, sollten Sie sich zusätzlich damit beschäftigen, woran Sie erkennen, wann es Zeit wird, Gewinne zu sichern.

Autor:

Mike Seidl

Mike Seidl ist gelernter Bankkaufmann und handelt seit Ende der 90er-Jahre mit Echtgeld an den Kapitalmärkten.

Quelle: TRADERS' Mag.


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